Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
U. Keller-Stenger & Dr. med. vet. L. Bieringer

Bretzfelder Str. 5      74626 Bretzfeld-Adolzfurt
Tel.: 07946 - 94 00 49

Infektionskrankheiten des Hundes

Die klassichen Infektionskrankheiten, die bei Hunden auftreten können, sind die Parvovirose, Staupe, Hepatitis contagiosa canis (HCC), Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut.
Alle sind lebensgefährlich.

Parvovirose

Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die beim Hund - und auch bei anderen Tierarten - durch ein arteigenes Parvo-Virus ausgelöst wird. Betroffen sind hauptsächlich Welpen, aber auch Junghunde. Die Viren werden mit den Exkreten wie Kot und Urin oder aber auch über den Speichel ausgeschieden und können durch direkten Kontakt auf andere Hunde übertragen werden. Typisch ist die indirekte Übertragung durch zum Beispiel Schnüffeln an infiziertem Kot oder infizierten Gegenständen. Sie können auch über die Schuhe an einen anderen Ort getragen werden. Nach der Aufnahme verbreiten sich die Viren im ganzen Körper (Allgemeininfektion). Im Vordergrund stehen Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall, wobei der Kot stark fließend, wässrig und später auch blutig sein kann. Eine Therapie der Krankheit ist bei intensiver Behandlung möglich.

Staupe

Die Staupe ist eine durch einen Virus ausgelöste Allgemeinerkrankung. Der Virus wird mit Sekreten, z.B. Tränenflüssigkeit und Speichel oder auch über Kot und Urin ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt direkt von Hund zu Hund oder auch über den Menschen. Gefährdet sind ungeimpfte Hunde, besonders jedoch Jungtiere. Die Viren können verschiedene Organe befallen, unter anderem die Schleimhäute der Atemwege oder Verdauungsorgane. Aber auch Haut, ZNS oder Abwehrorgane (Milz, Knochenmark) können befallen werden. Der Hund wirkt zunächst appetitlos, abgeschlagen und hat Fieber. Je nach vorherrschenden Symptomen unterscheidet man verschiedene Verlaufsformen. Eine Therapie ist möglich, hat aber kaum Aussicht auf Heilung. Es kann nur eine symptomatische Behandlung erfolgen.

Ansteckende Leberentzündung (HCC)

Auch diese Infektionskrankheit wird durch ein Virus hervorgerufen, welches direkt oder indirekt übertragen werden kann. Man unterscheidet einen perakuten von einem akuten Verlauf. Der perakute Verlauf betrifft vor allem junge Welpen, die plötzlich versterben. Eine Diagnose ist sehr schwierig, da keine krankheitstypischen Symptome gezeigt werden und somit verschiedene Krankheitsbilder in Frage kommen. Der akute Verlauf betrifft auch ältere Tiere. Dabei werden das Blut und die Gefäße angegriffen und zerstört. Der Beginn der Krankheit ist von hohem Fieber, depressiven Verhalten und Appetitlosigkeit gekennzeichnet. Später kommen noch Schmerzen und Entzündungen im Rachenraum dazu. Eine Therapie ist nicht möglich.

Leptospirose

Die Erreger der Leptospirose gehören zu den Bakterien. Übertragen werden sie über Hunde, Mäuse und Ratten sowie über verunreinigte Gewässer. Die Erreger werden über den Urin infizierter Tiere ausgeschieden. Die direkte Ansteckung spielt eher keine große Rolle. Einmal erkrankte Tier sind auch im geheilten Zustand oft noch jahrelange Ausscheider der Bakterien. Die Erreger gelangen über die Schleimhäute oder auch kleine Hautverletzungen in den Körper. Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind Müdigkeit und Hinterhandsschwäche (Probleme bei Treppensteigen oder Springen). Eine Therapie ist im frühen Stadium der Erkrankung möglich. Leptospirose ist auch auf den Mensch übertragbar.

Zwingerhusten

Bei Zwingerhusten handelt es sich um eine Erkrankung der Atemwege, ausgelöst durch verschiedene Erreger. Diese werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Überall wo viele Tiere auf engem Raum zusammenleben, besteht die Möglichkeit einer Übertragung, z.B. Ausstellungen, Hundeplätze Tierpensionen etc.. Der Zwingerhusten äußert sich in starkem Husten und wiederkehrendem Fieber. Die Krankheit kann therapiert werden.

Tollwut

Tollwut ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, für die viele Tierarten und auch der Mensch anfällig sind. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, der bei tiefen Bissen in die Wunde eintritt. Nachdem die Viren nach Jahren über das Nervengewebe sich im Gehirn ansiedeln, werden die typischen Symptome ausgelöst: verändertes Verhalten, Unruhe, Scheu, Speichelfluss, heißeres Bellen, Beißwut, zunehmende Lähmung und Tod. Die Möglichkeit einer Notimpfung wie beim Menschen besteht bei Tieren nicht, statt dessen besteht ein Behandlungsverbot. Der Gesetzgeber sieht vor, dass ein ungeimpftes Tier bei Tollwutverdacht getötet werden muss, um die typischen Veränderungen in dessen Gehirn nachweisen zu können.

zurück