Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
U. Keller-Stenger & Dr. med. vet. L. Bieringer

Bretzfelder Str. 5      74626 Bretzfeld-Adolzfurt
Tel.: 07946 - 94 00 49

Unsere Tipps zur Degu-Haltung

Allgemeines

Der Degu ist ein Nagetier, das aus Chile stammt. Die tagaktiven Tiere sind sehr soziale Wesen, die in Familiengruppen von 5 bis 10 Tieren zusammenleben. Verschiedene Familien leben in einer Kolonie zusammen. Degus sind extrem lauf- und nagefreudig. Sie sind sehr neugierig und klettern sehr gerne. Der Degu ernährt sich in seiner natürlichen Umgebung von wenig gehaltvollem Futter wie Gräser, Rinden, Wurzeln und Kräutern.

Unterbringung

Der Käfig sollte für zwei Tiere eine Größe von 100 cm Länge, 50 cm Breite und 100 cm Höhe haben. Zu groß kann er nie sein. Wegen des extremen Nagetriebes sollten Sie auf Unterschalen aus Plastik verzichten. Gut geeignet sind einige Vogel- oder Chinchilla-Volieren. Bei der Verwendung von Aquarien oder Terrarien muss man in Bezug auf die Inneneinrichtung etwas kreativer sein, da Befestigungsmöglichkeiten fehlen. Aquarien sollten nicht höher als 50 cm sein um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten. Damit Degus ausgiebig graben können ist eine tiefe Schicht Einstreu mit Hobelspänen, Strohpellets oder Holzstreu nötig. Verschieden versetzt angebrachte Bretter bieten Sitz- und Klettermöglichkeiten. Mit Ästen, Wurzel, Tonröhren, Korkrinden, Bambusrohren, größeren Steinen, Hängematten und so weiter stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Gestaltung zur Verfügung. Für die Fellpflege ist ein Sandbad unbedingt erforderlich. Hierfür reicht feiner Vogelsand.

Ernährung

Der Verdauungstrakt ist bei Degus an das recht krage Futterangebot in der natürlichen Umgebung angepasst. Wichtigster Bestandteil ist unumstritten ballaststoffreiches, sauberes, aromatisches Heu. Es muss immer frisch zur Verfügung stehen. Aufgrund der Neigung zu Diabetes sollten Sie bei Ihrem Degu auf die Fütterung von getrocknetem Obst und sonstigen "Süßstoffen" verzichten. Das Trockenfutter sollte auch keine sehr gehaltvollen und fettigen Bestandteile wie Nüsse oder viel Getreide enthalten. Als Trockenfutter sehr gut geeignet, ist ein auch selbst zusammen stellbare Mischung aus Kräutern, Blüten und etwas getrocknetem Gemüse. Auch als Frischfutter sollten Sie aufgrund des Fruchtzuckergehaltes auf Obst verzichten. Geeignet sind Möhren (gerne auch mit Laub), Rote Beete, Kohlrabi, Gurke, Löwenzahn, Wiesenkräuter, Salate, Petersilie oder Ähnliches. Frisch belaubte Äste von ungespritzten Obstbäumen, Haselnuss oder Birke und Linde sind eine willkommene Abwechslung. Verwende Sie bitte niemals eine Salzleckstein, da Degus zu viel daran nagen und dadurch viel zu viel Salz aufnehmen.

Umgang

Der Schwanz von Degus ist extrem empfindlich - daher nie am Schwanz fixieren, er kann im Extremfall reißen.
Wie bei allen Nagetieren befinden sich auch beim Degu die Zähne im ständigen Wachstum. Um einen ordentlichen Abrieb der Zähen zu gewährleisten, muss immer ausreichend Raufutter und anderes Nagematerial zur Verfügung stehen.
Da Degus extrem nagefreudig sind, verwenden Sie in den Käfigen kein Plastik. Gewähren Sie Ihren Degus Freilauf in der Wohnung, aber nur unter Aufsicht, da Kabel, Pflanzen, Möbel, offene Türen und so weiter potenzielle Gefahrenquellen darstellen.

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