Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
U. Keller-Stenger & Dr. med. vet. L. Bieringer

Bretzfelder Str. 5      74626 Bretzfeld-Adolzfurt
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Infektionskrankheiten des Kaninchen

Die klassischen Krankheiten des Kaninchens sind RHD, die Myxomatose und der Kaninchenschnupfen

RHD

Die hämorrhagische Krankheit trat in den 80er Jahren zum ersten Mal in China auf. Daher auch der Name "China-Seuche". Verantwortlich ist das Calici-Virus. Als Erregerreservoir kommen unauffällig erkrankte oder wieder genesene Wild- und Hauskaninchen in Frage. Die Übertragungsmöglichkeiten sind wie bei der Myxomatose auch Stechmücken, Flöhe und direkter Kontakt zwischen den Tieren. Aber auch die indirekte Übertragung über Grünfutter, Einstreu, Haare und Kot, sind von besonderer Bedeutung, da das Virus auch außerhalb des Körpers tage- bis wochenlang ansteckungsfähig bleibt. Erkranken können nur Kaninchen, die über 2 Monate alt sind. Die Symptome treten in unterschiedlicher Schwere und Ausprägung auf. Die Infektion kann bereits nach 1/2 bis 1 Tag zum plötzlichen Tod führen, ohne vorheriges Auftreten von Anzeichen einer Krankheit. im akuten Verlauf zeigen sich vorher starke Benommenheit, zwanghafte Kreisbewegungen, schaumiges Nasenbluten und der Kopf wird zurückgebogen. In der Literatur findet man auch chronische, wenig auffällige Krankheitsverläufe. Lediglich Futteraufnahme und Aktivität sind vorübergehend herabgesetzt. Nach einigen Tagen erfolgt eine Gesundung der Tiere - sie bleiben aber nach wie vor Ausscheider der Erreger. Eine Therapie ist nicht bekannt.

Myxomatose

Der Verursacher der Myxomatose oder auch Kaninchenpest genannt ist das Myxom-Virus, welches zu den Pocken-Viren gehört. Seit ca. 50 Jahren hält sie sich als bodenständige Seuche in der Wildkaninchen-Population. Der Hauptüberträger vom Wild- auf das Haustier ist die Stechmücke. Beim Blutsaugen nehmen sie das Virus beim erkrankten Tier auf und übertragen es auf andere. Die Krankheit ist vom saisonalen Auftreten der Insekten abhängig - das Infektionsrisiko ist in den warmen Monaten besonders hoch. Ähnlich erfolgt die Verbreitung auch durch den Kaninchenfloh. Hauskaninchen stecken sich bei freilaufenden Artgenossen aber auch direkt durch infektiöses Nasen- und Augensekret an. Auch die indirekte Übertragung durch, z. B. verseuchtes Grünfutter und Schuhwerk, ist von Bedeutung. Schwere Entzündungen mit Schwellungen und schleimig-eitrigen Absonderungen im Bereich der Augen, Nase und Lippen sowie im After-Genital-Bereich, sind typische Symptome. In der gesamten Kopfregion, besonders am Ohrgrund und der Ohrmuschel treten geschwulstartige, teigige bis derbe Hautverdickungen auf. Bei einem milderen Verlauf sind die auftretenden Symptome weniger dramatisch. Bei schweren Verläufen sterben die Tiere nach ca. 2 Wochen an völliger Abmagerung, Lungenentzündung oder Erschöpfung. In einzelnen Fällen gleicht die Myxomatose eher einem Schnupfen und es kommt zu Fortpflanzungsproblemen.

Kaninchenschnupfen

Bei Kaninchenschupfen sind die wichtigsten bakteriellen Erreger, die Bordetellen und Pasteurellen. Schnupfen kann bei Kaninchen aller Altersklassen und Haltungsformen auftreten. Die Krankheit beginnt mit kurzem trockenem Niesen ohne Störung des Allgemeinbefindens. Des Weiteren kommt es zu eitrigen Bindehautentzündungen. Bei Hauskaninchen können auch Innen- und Mittelohr befallen sein (Kopfschiefhaltung). Es kann auch zu Todesfällen kommen. Neben klinisch erkrankten Tieren sind die latent infizierten Kaninchen ein besonderes Problem. Bei diesen Kaninchen erfolgt die Infektion mit den Schnupfenerregern bereits als Nestjunge während der Säugezeit.
Vorbeugende Schutzimpfungen gegen die Infektionskrankheiten sind eine wichtige Maßnahme zur Gesunderhaltung von Kaninchen.

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