Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
U. Keller-Stenger & Dr. med. vet. L. Bieringer

Bretzfelder Str. 5      74626 Bretzfeld-Adolzfurt
Tel.: 07946 - 94 00 49

Infektionskrankheiten des Katze

Die klassischen Infektionskrankheiten der Katze sind die Parvovirusinfektion, der Katzenschnupfen, das feline Leukosevirus, die feline infektiöse Peritonitis (FIP) und die Tollwut.
Alle sind lebensgefährlich.

Parvovirusinfektion der Katze

Diese Infektion ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die auch als Katzenseuche bekannt ist. Die Krankheit bricht plötzlich aus und verläuft sehr schnell. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt erkrankter Tiere oder indirekt über infizierte Gegenstände wie Futternäpfe. Das Virus wird von infizierten, erkrankten, aber auch von genesenen Tieren mit allen Ausscheidungen verbreitet. Anfänglich verweigern die Tiere das Futter, zeigen Mattigkeit und Erbrechen. Daneben tritt hohes Fieber auf. Später stellt sich auch heftiger Durchfall und Erbrechen ein. Eine erfolgreiche Behandlung ist in einem frühen Stadium der Erkrankung möglich.

Katzenschnupfen

Die ansteckende Krankheit wird durch einen Komplex verschiedener Viren (Herpes-, Caliciviren und sog. Chlamydien) ausgelöst. Diese Erkrankung nimmt keinen eindeutigen Krankheitsverlauf. Vorwiegend erkranken junge Katzenwelpen in der Entwöhnungsphase von der Mutter durch die Abnahme der in der Muttermilch befindlichen Antikörper. Da das eigene Immunsystem sich erst noch entwickeln muss, entsteht eine "Immunlücke". Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. In leichten Fällen leidet die Katze an Niesen, Nasenausfluss und Entzündung der Kopfschleimhäute. In schweren Fällen kommt es zu Hornhaut- und Zungengeschwüren, Lungenentzündungen, aber auch zum Verlust des Geruchssinnes, was zur Folge hat, dass die Nahrung verweigert wird. In den meisten Fällen ist nur eine symptomatische Behandlung möglich.

Infektion mit dem felinen Leukosevirus

Es handelt sich um eine Erkrankung des blutbildenden, lymphatischen Gewebes. In diesem bilden sich meist Tumore. Problematisch ist, dass zur  eigentlichen Leukose noch weitere Krankheiten durch Schwächung des Immunsystems kommen können. Die Infektion erfolgt durch infizierten Speichel oder Kot. Aber auch durch Körperkontakt mit infizierten Tieren, z.B. durch Beißen, Lecken oder Deckakt, ist eine Übertragung möglich. Trotz Infektion können Tiere oft jahrelang gesund erscheinen. Sie scheiden jedoch das Virus aus und verbreiten die Krankheit unerkannt. Das Krankheitsbild ist vielseitig. Häufig treten untypische Gesundheitsstörungen durch die Schwächung des Abwehrsystems der Katze auf: unerklärlicher Gewichtsverlust, Zahnfleischentzündungen, dauernde Abgeschlagenheit, chronische Durchfälle. Eine ursächliche Therapie der Leukose ist nicht möglich. Es können lediglich die Symptome der Krankheit behandelt werden.

Infektiöse Peritonitis (oder Polyserositis) der Katze (FIP)

Die FIP ist eine komplexe, tödlich verlaufende Erkrankung, die durch ein Coronavirus verursacht wird. Problematisch ist, dass sich dieses Virus nicht von einem anderen unterscheiden lässt, welches Durchfall auslöst. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder indirekt über z.B. Fressnäpfe übertragen. Die Katze leidet unter Gewichtsverlust, Depressionen und nicht vorhandenem Triebverhalten. Das Haarkleid verliert an Glanz und es tritt schleichend ansteigendes Fieber auf. Bei der "feuchten" Form treten Körperhöhlenergüsse als Symptom hinzu. Je nach befallenen Organen leidet die Katze unter Atemnot oder anormaler Umfangsvermehrung im Bereich des Bauches. Bei der "trockenen" Form richten sich die Krankheitssymptome nach den befallenen Organen. Es ist keine Therapie möglich. Es kann nur eine Linderung der Symptome versucht werden. Einzig wirksamer Schutz ist eine völlige Isolation oder prophylaktische Impfung der Tiere.

Tollwut

Für diese tödliche Viruserkrankung ist eine große Zahl von Tierarten, aber auch der Mensch empfänglich. Die Ansteckung erfolgt durch Biss, wobei virushaltiger Speichel in die Wunde eindringt. Die Wunden müssen sehr tief sein. Die Viren siedeln sich über das Nervengewebe im Gehirn an und lösen dann das typische Verhalten aus, wie verändertes Verhalten, Unruhe, Scheu, Speichelfluss, heiseres Bellen, Beißwut, zunehmende Lähmung und Tod. Es wird zwischen zwei Krankheitsformen unterschieden, der rasenden und der stillen Wut. Die Möglichkeit einer Notimpfung wie beim Menschen besteht bei Tieren nicht, statt dessen besteht ein Behandlungsverbot. Der Gesetzgeber sieht vor, dass ein ungeimpftes Tier bei Tollwutverdacht getötet werden muss, um die typischen Veränderungen in dessen Gehirn nachweisen zu können.

FIV-Infektion

Das feline Immunschwäche-Virus ist dem HIV des Menschen sehr ähnlich. Eine Übertragung ist jedoch ausgeschlossen. Das Virus wird hauptsächlich durch Bissverletzung übertragen. Die Infektion führt zur einer Schwächung des Abwehrsystems, in deren Folge es zu den verschiedensten Symptomen kommen kann. Häufig beobachtet wurden eine allgemeine Unlust, Zahnfleischentzündungen, Schnupfensymptome, schlecht heilende Wunden der Haut, Fieber, vergrößerte Lymphknoten. Die Infektion endet immer tödlich. Besonders häufig tritt die Krankheit bei älteren, nicht kastrierten Katern mit freiem Auslauf auf. Im Gegensatz zu den oben aufgeführten Infektionskrankheiten steht gegen die FIV-Infektion kein Impfstoff zur Verfügung.

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